Aller Anfang ist schwer, sagt man, aber auch ein Neubeginn ist nicht gerade einfach.
Letztmals hatten die Restroom Singers im Januar 2025 bei der Neujahrsfeier des Duisburger Ärzteverbandes konzertiert. Schon dieser Auftritt war uns nach den dauerhaften und vorübergehenden Verlusten (Tod von Klaus Hermann und schwere Erkrankung von Helmut Schröder) nicht leichtgefallen, doch nach dem Rückzug zweier weiterer Sänger im ersten Bass im Juli war an die Durchführung weiterer Konzerte in diesem Jahr zunächst nicht zu denken. Immerhin, wir lösten uns nicht auf wie unser großer Bruder, der Polizeichor Duisburg oder andere renommierte Chöre, wodurch die Zahl der Weihnachtskonzerte in unseren Breiten drastisch reduziert wurde, aber erst die wiedergewonnene Gesundheit von Helmut und intensive Proben mit unserem Chorleiter Dr. Lutz Schneider ermöglichten es uns, am Nachmittag des vierten Adventssonntags im Schloss Neersen am Konzert des Willicher Singkreises „Imtakt“ teilzunehmen.
Auch wenn wir schon am Donnerstag davor die Adventsfeier des Caritasverbandes Duisburg musikalisch untermalt und daher so etwas wie eine Generalprobe durchlaufen hatten, konnte man selbst uns ‚alten Hasen‘ eine gehörige Portion Nervosität nicht absprechen. Zudem waren die meisten von uns von Erkältungen betroffen, was aber unsere Vorfreude auf den Auftritt nicht minderte.
Wir hatten selten die Gelegenheit, unsere Stimmen in einem solch imposanten Bauwerk wie dem Schloss Neersen erklingen zu lassen. Nachdem die Sängerinnen von „Imtakt“ das Konzert eröffnet hatten (u. a. mit einer glockenklar dargebotenen Auswahl von Liedern aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“), sangen wir im ersten Teil Spirituals wie ‚Burden Down‘, ‚Ride the Chariot‘ und „Lord have Mercy“, bei dem Lutz als Vorsänger brillierte, bevor wir unseren ersten Auftritt mit „Cantique de Noel“ beschlossen.
Nach einigen gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Weihnachtsliedern und der Lesung einer Weihnachtsgeschichte traten wir zum zweiten Mal auf. Diesmal lag der Fokus unserer Lieder noch mehr auf Weihnachten, obwohl wir auch jetzt mit Spirituals begannen („Oh Mary don’t you weep“ und „I want to go to heaven“), doch die danach gesungenen „Es wird schon gleich dunkel“ und „Fröhliche Weihnacht überall“ erzeugten besinnliche und freudige Stimmung, bevor wir mit Udo Jürgens spaßigen „Merry Christmas allerseits“ stellenweise schallendes Gelächter erzeugten.
Nach dem zweiten Block von „Imtakt“, in dem sie unter anderem präzise und ebenso eindrucks- wie gefühlvoll die Rutter-Kompositionen „Christmas Lullabye“ und „The Lord bless you and keep you“ vortrugen, beschlossen wir gemeinsam mit „Joy to the world“ von Händel das Konzert, und das begeisterte Publikum ließ uns nicht gehen, bevor wir das letzte Stück als Zugabe noch einmal gesungen hatten. Anschließend waren wir alle geschafft, aber glücklich, und auch wenn vielleicht nicht jeder Ton gestimmt hatte: der Neustart war gemacht, und das Publikum begeistert. Jetzt dürfen auch die nächsten Aufgaben kommen.
Jörg Ziemer

