
Klaus Hermann, über die Grenzen Duisburgs bekannter und beliebter Bassist sang ab 1999 im 2. Bass der Restroom Singers, nachdem er über seine Mitgliedschaft beim Polizeichor zu uns gestoßen war. Wer seine markante Stimme einmal gehört hatte -sei es bei seinen Soli bei der Restrooms wie „Auch ein Bassist“, „Wenn ich einmal der Herrgott wär“ oder beim „Prodekan“ , oder beim Polizeichor Duisburg, dessen Weihnachtskonzert ohne sein „Jerusalem“ undenkbar war-, dem ging sie nicht mehr aus dem Ohr.
Zu unserem Entsetzen wurde bei Klaus, der seit 2009 auch unser Geschäftsführer war, im Juni 2024 eine schwere Erkrankung diagnostiziert, der er bereits Ende August erlag. Seine unverwechselbare Persönlichkeit, seine Hingabe an die Musik, seine einzigartige Stimme und sein grenzenloses Engagement für unser Ensemble werden dafür sorgen, dass die Erinnerung an ihn in unseren Herzen weiterleben wird.

Günter Grundmann, der 2011 über Chorrage Düsseldorf zu uns stieß, entpuppte sich nicht nur als hervorragender 1. Bass, sondern auch als Multi-Instrumentalist, der von der Ukulele über Congas bis hin zur Cajón fast jedes Instrument beherrschte. Darüber hinaus beeindruckte er uns mit seinem Lerneifer -wenn er sagte „bei der nächsten Probe kann ich das“, hielt er Wort- und einem unglaublichen schauspielerischen Talent. Unvergesslich blieben seine Auftritte im grün-gelben Pullover als „Bratislava Lover“ oder als besäuselter Kneipenheimkehrer in „Guter Mann“.
Leider verliebten er und seine Frau Manuela sich schon vor einiger Zeit in die portugiesische Algarve, wo sie sich mehrere Monate lang aufhalten, wenn es hier in Deutschland kalt und regnerisch wird. Seiner Argumentation, dass sich unter diesen Umständen eine geregelte Probenteilnahme, die für Chorgesang auf unserem gewohnten Niveau notwendig ist nicht mehr gewährleistet werden kann, mussten wir uns mit großem Bedauern anschließen. Günter verließ die Restrooms daher im Oktober 2025, aber an die 14 Jahre seiner Mitgliedschaft werden wir immer zurückdenken.

Volker Niedermeier sang ebenfalls als erster Bass im Duisburger Polizeichor, als wir ihn 2009 ansprachen und fragten, ob er den Platz es gesundheitlich angeschlagenen Rainer Gassner einnehmen könnte. Der plötzliche Tod des anderen ersten Basses Horst Bauersachs führte jedoch dazu, dass sein Engagement wesentlich früher begann als erwartet.
Volkers Ruhe, sein stiller Humor und seine markante, prägnante Stimme waren eine Wohltat für Zuhörer und Mitsänger. Er war eine Konstante in unserem Ensemble. Leider bedingte seine berufliche Tätigkeit teilweise mehrmonatige Aufenthalte auf Helgoland, sodass wir begannen, seine Pensionierung herbeizusehnen. Leider betrachtete ihn sein Arbeitgeber jedoch als unverzichtbar, weshalb Volker sich schweren Herzens entschloss, seine aktive Mitgliedschaft im Ensemble einzustellen. Er bleibt uns jedoch als Fördermitglied erhalten, was zumindest einen Funken der Hoffnung auf eine Rückkehr weiterglimmen lässt.

Axel Quast, der von seinem Vorgänger empfohlene Nachfolger Bernhard Mehlers war von 2001 bis 2024 nicht nur musikalischer Leiter der Restroom Singers, sondern sang auch selbst großartig mit – wahlweise im 1. und 2 Bass. Seine mitunter notwendigen Ausflüge in den 2. Tenor hingegen kommentierte er in seiner selbstironischen Art mit den Worten: „Immerhin hatten sie für euch einen hohen Unterhaltungswert.“ Er vertrat das Konzept, dass der Gesamtklang des Ensembles wichtiger war als jede einzelne Note richtig zu singen, was uns das Proben natürlich sehr erleichterte. Seine Arrangements, beispielsweise der Intros für die alljährliche Tea Time oder Kleinode wie „Mojata Serenada“, „Mrawal Shamier“ oder „Sto Perigijali“ haben das Bild der Restroom Singers nachhaltig geprägt.
Axel zog Ende 2023 der Liebe wegen in seine Geburtsstadt Hamburg und stellte seine Tätigkeit für und mit uns Mitte 2024 ein. Auch wenn wir sein Ausscheiden sehr bedauern – es gibt keinen besseren Grund. Wir wünschen ihm alles Gute und freuen uns darauf, vielleicht in einiger Zeit an seiner neuen Wirkungsstätte ein Konzert mit einem seiner neuen Chöre durchzuführen.

Uwe Schweifer, Gründungsmitglieder der Restroom Singers und zweiter Tenor, muss nicht vorgestellt werden. Wer uns einmal gesehen hat, erinnert sich an ihn, entweder durch sein unübertreffliche Bühnenpräsenz oder die Moderationen der Konzerte, die er nie so bezeichnet haben wollte, weil er seine legendären launigen Beiträge immer nur als „verbindende Worte“ verstand. Auch er war ein Könner an vielen Instrumenten, wie der Mundharmonika beim „Bajazzo“ oder der Bouzouki bei „Sto Perigijali“. Was nicht so offensichtlich war: er war auch verantwortlich für etliche Texte, die er entweder aus anderen Sprachen übersetzte oder sich einfach selbst einfallen ließ. Und eine Reihe unserer populärsten Lieder wurden auf seinen Vorschlag hin arrangiert und eingeübt.
Für Uwe galt immer die Devise „Ein Mann, ein Wort“, und als er sich 2023 nach einer heftigen Kontroverse entschloss, das Ensemble zu verlassen, wussten wir, dass er sich nicht umstimmen lassen würde. Unsere trotzdem unternommenen diesbezüglichen Versuche kommentierte er nur mit: „Ich bin über achtzig. Wenn mich der Schlag getroffen hätte, wäre ich auch weg.“ Obwohl ihm niemand, der ihn sieht, sein Alter glaubt, kann man da nicht widersprechen. Uwe nutzt seine frei gewordene Zeit jetzt für Reisen mit seiner Frau im Wohnmobil. Wir wünschen ihm daher allzeit gute Fahrt und viel Spaß!

Manfred Seifert, der bis 2011 als erster Tenor der Restroom Singers auf der Bühne stand, kann zu Recht als ihr Gründer bezeichnet werden. Als er 1989 seine silberne Hochzeit feierte, bat er beim Polizeichor Duisburg vier Mitsänger und den Chorleiter Bernhard Mehler, zu diesem Anlass einiger Lieder zu singen. Aus dieser einmaligen Event wurde eine noch heute existierende Institution, deren Vorsitz Manfred bis 2009 inne hatte. Hier sorgte er für unvergessliche Auftritte wie die Teilnahme an der Glockenweihe der Frauenkirche in Dresden und das Benefizkonzert im Xantener Dom 2006.
Eine in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends festgestellte neurologische Erkrankung begann schon bald, einen Schatten auf seine wunderschöne lyrische Tenorstimme zu werfen, und seine nachlassende Gesundheit zwang ihn dazu, Ende 2013 das Ende seiner aktiven Gesangskarriere zu verkünden. Nach langem Leiden starb Manfred im Juli 2023. Die Restroom Singers bleiben als sein Vermächtnis.

Franz Gibowski, langjähriger Vorsitzender des Polizeichors Mülheim/Ruhr stieß 2011 zu uns, um die durch Manfreds Erkrankung entstandene Lücke im ersten Tenor zu füllen. Gravierende musikalische und persönliche Differenzen führten jedoch dazu, dass er das Ensemble bereits 2012 wieder verließ. Ungeachtet dessen haben die Nachrichten seiner schweren Erkrankung und seines Todes im Jahre 2016 uns tief erschüttert. Franz hatte nicht die Zeit, eine prägende Figur bei den Restroom Singers zu werden. Dennoch bleibt er bei denen, die ihn erlebt haben, unvergessen.

Dr. Walter Michel, Urologe aus Kamp-Lintfort trat den Restroom Singers 1999 als zweiter Tenor bei, wodurch für ihn ein Lebenstraum wahr wurde. Er suchte ständig nach einer Möglichkeit, seine gesanglichen Fähigkeiten zu verbessern, was einerseits dazu führte, dass er selbst sich mittels Gesangsstunden zu einem Altus bzw. Countertenor ausbilden ließ und er uns andererseits Zugang zu Computerprogrammen wie Capella verschaffte, in welches er unsere gesamten Noten schrieb. Seine neuerworbenen stimmlichen Fähigkeiten ließen die Lieder der Comedian Harmonists an Klarheit gewinnen, und sein Solo in „The Lion sleeps tonight“ wurde zur absoluten Legende.
Es ist eine grausame Ironie des Schicksals, das ausgerechnet ein Urologe an Blasenkrebs erkrankt und an den Folgen dieser Erkrankung verstirbt. Walter ist seit Juni 2012 nicht mehr unter uns, doch als gläubiger Christ wusste er, dass der Tod nicht das Ende des Seins darstellt, und als wir uns bei der Trauerfeier in der Kapelle zum Singen formierten, brach ein Lichtstrahl durch die Wolken, fiel durch ein Fenster, und exakt an der Stelle, wo Walter gestanden hätte, erschien ein roter Punkt auf der marmornen Treppenstufe. Es gibt Zufälle, aber nicht solche.

Rainer Gassner, formidabler erster Bass mit einem Hang zu abstrusen Wortspielen (beim Zuprosten erklangen regelmäßig die Worte „à votre sanitär“) belebte seit 1999 unser Ensemble. Bei ihm hatte man den Eindruck, dass ihn nichts, aber auch gar nichts aus der Ruhe bringen konnte – und der täuschte nicht.
Auch bei ihm waren es letztlich gesundheitliche Gründe, die ihn zum Ausscheiden zwangen. Schon 2010 konnte er sich aufgrund eines Rückenleidens fast nur noch per Rollator vorwärtsbewegen, und bereits drei Jahre zuvor musste er eine Konzertreise nach Borkum aufgrund von Herzproblemen abbrechen. Mehrere Versuche, wieder aktiv mitzusingen, schlugen teilweise dramatisch fehl.
Rainer starb Ende 2022, und auch auf seiner Beerdigung haben wir gesungen, obwohl uns der Abschied von einem alten Freund die Kehlen zuschnürte.

Bernhard Mehler (Foto mit freundlicher Genehmigung von Manfred Bartholomé) war 1989 Leiter des Polizeichores Duisburg, als er gefragt wurde, ob er nicht mit einigen Leuten einige Lieder auf der silbernen Hochzeit Manfred Seiferts präsentieren könne. Bernhard sagte zu, und der Rest ist Geschichte. Er wurde erster musikalischer Leiter des Ensembles, welches er 2001 wegen persönlicher Überlastung an Axel Quast übergab. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, im Falle von Axels Verhinderung als Dirigent und Stütze des zweiten Basses einzuspringen.
Auch Bernhard weilt nicht mehr unter uns. Als er 2012 die Leitung des Polizeichors niederlegte, ahnte noch niemand, dass er nur vier Jahre später mit nicht einmal 59 Jahren die Augen für immer schließen würde. Nur eines ist uns klar: die himmlischen Chöre haben einen sehr guten, neuen Dirigenten bekommen.

Wolfgang Hess, den meisten Duisburgern bekannt als langjähriger Leiter des Polizeichores und späteren Vorsitzenden des Chorverbandes der Deutschen Polizei, war einer der Gründungsmitglieder der Restroom Singers und bildete mit seinem Freund Manfred Seifert bis 2000 den ersten Tenor des Ensembles. Doch wie so häufig krachte es auch zwischen diesen beiden Freunden, und der Zank war derart groß, dass Wolfgang das Ensemble verließ. Dennoch war er regelmäßiger Besucher unserer Konzerte und öffnete uns innerhalb der Bundesorganisation so manche Tür.

Horst Bauersachs war der erste Bass der Ur-Restrooms und wusste nicht nur durch seine sonore Stimme, sondern durch seinen trockenen, kauzigen Humor zu beeindrucken. Er war auch schon mal in der Lage, eine Woche vor einem Konzert zum Chorleiter zu kommen, ihm das Notenblatt eines der Stücke unter die Nase zu halten und ihn mit toternstem Gesicht zu fragen: „Hey, Chorleiter, was davon soll ich eigentlich singen?“ Klar, dass ihn die Schnappatmung des musikalischen Verantwortlichen stilles Vergnügen bereitete.
Horst sollte sich am 9. April 2009 einer routinemäßigen Untersuchung unterziehen. Zu dieser kam es jedoch nicht mehr, da er in der Nacht davor einen schweren Schlaganfall erlitt, an dessen Folgen er zwei Tage später verstarb. Vieles von ihm bleibt jedoch in unserer Erinnerung und unseren Herzen lebendig.-
